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Denkmalschutz für Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße

Wohnpark Wilmersdorf

Es ist die größte zusammenhängende Wohnanlage im Bezirk: die Autobahnüberbauung an der Schlangenbader Straße, von Anwohnern und Bewohnern auch liebevoll „Schlange“ genannt. Für die degewo und für die Bewohner ist es eine gute Nachricht: Die Eintragung in die Denkmalliste durch das Landesdenkmalamt Berlin, stellt die Bauten von Georg Heinrichs mit Wolf Bertelsmann; Gerhard und Klaus Detlev Krebs und die zugehörigen Außenanlagen (1979-81) von Paul-Heinz Gischow und Walter Rossow unter Denkmalschutz.

Die Planung begann im Jahr 1970 unter dem Projektnamen Wohnpark Wilmersdorf. Zwischen 1976 und 1980 wurden 1.064 Wohneinheiten in der Autobahnüberbauung, ergänzt um weitere 694 Wohnungen in den Randgebäuden, errichtet.

Das Hauptgebäude erreicht eine Höhe von 46 Metern und maximal 14 Geschosse, insgesamt wurden in dem Komplex 120 verschiedene Grundrissvarianten realisiert. Unter der Autobahn befinden sich zwei Tiefgaragenebenen mit 760 Stellplätzen. Die ersten Wohnungen konnten 1980 bezogen werden.

Die degewo kann nun bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen auch Denkmalschutzmittel und andere Vorteile nutzen, denn die Wohnanlage ist an vielen Flachdächern und Dachterrassen und Dachentwässerungen sanierungsbedürftig.

Das monumentale Hügelhaus mit den begrünten Höfen und Freiflächen gehört sogar zu den größten Wohnbauten in Europa. Es ist zudem die einzige Anlage, der es gelang, einen großstädtischen Verkehrsweg tatsächlich für Wohnungsbau zu nutzen.

Auf einer Länge von 600 Metern folgt sie dem geschwungenen Verlauf der Stadtautobahn und bildet mit einer Höhe von 46 Metern eine prägnante Landmarke im Südwesten der Stadt. Das terrassierte ‚Wohngebirge’ mit der als ‚Höhenrücken’ ausgebildeten Hochhausscheibe ist über Berlin hinaus eines der wichtigsten Zeugnisse der Megastrukturen, die in den 1960er und 1970er Jahren die internationale Stadtplanung bestimmten.

Für die Außenanlagen realisierten die Landschaftsarchitekten ein anspruchsvolles Grünkonzept, das sowohl Wünsche der Mieter nach Wohnlichkeit und Nutzbarkeit wie die außerordentliche städtebauliche Situation als auch stadtökologische Anforderungen berücksichtigt.

Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, erläutert den besonderen Rang dieses Baudenkmals: „Von der städtebaulichen Figur über die variantenreichen Grundrisse bis zu konstruktiven, technischen und organisatorischen Lösungen stellt die Wohnanlage einen Höhepunkt der Berliner Architektur der 1970er Jahre dar und weist in ihrem Anspruch und Qualitäten weit über die Grenzen der Stadt hinaus.“

Möglich wurde eine derart originelle Bebauung durch die Insellage West-Berlins nach dem Bau der Mauer 1961. Die räumliche Enge und die besondere politische Situation sorgten für die Bereitschaft, innovative Modelllösungen zu wagen.

War die Wohnanlage zeitweise auch in der Kritik, und Gegenstand von Architekturkritik als „Wohnmaschine“, so ist sie heute eine der unter Mietern beliebtesten Wohnanlagen in Berlin.

Seniorentreff „Schlange“ gerettet

Der Streit um die Weitervermietung des Seniorentreffs „Schlange“ zwischen degewo und dem Träger Deutsches Rotes Kreuz (DRK) ist auch beendet. Sozialstadtrat Carsten Engelmann will am 11.Dezember den neuen Vertrag unterzeichnen.
Die Nichtverlängerung des alten Mietvertrages hatte in Charlottenburg-Wilmersdorf eine breite politische Unterstützung mobilisiert, der u.a. von der Seniorenvertretung und vielen Bezirksverordneten getragen wurde.

Die Freude und Weihnachtsfreude unter Anwohnern und Bewohnern ist in diesem Jahr daher besonders groß.

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