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Shakespeare kommt in den Mierendorff-Kiez

Eingang zum Österreich-Park

Das Globe Theatre in London ist ein großes Vorbild, ein Theater-Mythos und untrennbar mit Shakepeares Theaterkunst verbunden. Die Bauweise des Theaters als runder oder achteckigen Fachwerkbau wurde seit 1599 in mehreren hölzernen Varianten nachgebaut. Mit hohen übereinander stehenden drei Etagen bildet es einen überschaubaren Raum mit gut 30 Meter im Durchmesser, der Platz für mehr als 3000 Zuschauer bietet. Die Enge sorgt für natürliche Akustik, das volksnahe Sprechtheater ist im ganzen Rund zu hören und gut zu verstehen. Schauspeiler und Publikum kommen sich nahe, und das macht den großen Reiz des Globe Theater aus.

So trug es auch über Jahrhunderte zur Volksnähe und Popularität von William Shakespeares Stücken bei.
Es wurde zum Mythos, zur Ikone, von dem derzeit eine originalgetreue Rekonstruktion in London und weitere acht Nachbauten in aller Welt stehen.

Nachbau aus Schwäbisch Hall wird nach Berlin verlagert

Ein Nachbau soll nun nach Charlottenburg kommen, und seinen neuen Standort im Mierendorff-Kiez bekommen. Der Standort ist die rund 3000 Quadratmeter umfassende ehemalige Sömmeringanlage am Speeumfer. Diese wurde durch Mittel der Österreich Werbung Deutschland zu einer Parklandschaft erweitert und am 12. Mai 2013 unter dem Namen Österreichpark neu eröffnet.

Der Park befindet sich südlich des Mierendorffplatzes an der Caprivibrücke in der Charlottenburger Ortslage Kalowswerder, die – auch als Mierendorff-Insel bezeichnet wird, die von der Spree, dem Westhafenkanal und dem Charlottenburger Verbindungskanal umschlossen wird.

Haller Globe-Theater
Globe-Theater Nachbau zum 75-jährigen Jubiläums der Freilichtspiele Schwäbisch Hall im Jahre 2000 – Foto: raboe001 CC VY SA 2,5

Der Nachbau entstand im Jahr 2000 in Schwäbisch Hall, und wurde dem Original in kleinerer Version mit 570 Plätzen nachempfunden.
Der Bau orientierte sich am Globe Theatre in London und die baulichen Eigenschaften des Vorbilds wie Polygon, Dreigeschossigkeit sowie Baumaterial Holz, aber imitierte den Bau nicht völlig. Der Bau wurde 2001 mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen in Baden-Württemberg“ ausgezeichnet.
2016 wurde das Theater zum letzten Mal in seiner bisherigen Form bespielt und abgebaut. Im September 2016 es an die Berliner Globe Works GmbH verkauft, die Betriebsgesellschaft des SHAKESPEARE COMPANY BERLIN e. V., unter ihrem engagierten künstlerischen Leiter Christian Leonard.

Leonard versucht schon seit Jahren, ein eigenes Globe Theatre in Berlin zu bauen. Mit dem letzten Spielort am Prellerweg in Schöneberg auf dem Gelände der Grün Berlin GmbH war man nicht recht glücklich geworden.

Die Bauteile lagern schon in Berlin. Und nachdem in mehreren Bezirken nach Standorten nachgefragt wurde, hat Kulturstadträtin
Heike Schmitt-Schmelz die Weichen für den neuen Standort gestellt.

Noch sind finanzielle Hürden zu nehmen. Es fehlen rund 850.000 € für die Wiederaufbau und für Erschließung und Infrastruktur. Kultursenator Klaus Lederer hat Unterstützung signalisiert. Und sicher werden in Charlottenburg-Wilmersdorf auch einige Sponsoren aktiv zum Gelingen beitragen.

Weitere Informationen:

www.shakespeare-company.de

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