Der Gorgo- oder Medusabrunnen auf dem Henriettenplatz ist eine skulpturale Brunnenanlage, die vom französische Künstlerehepaar Anne und Patrick Poirier für den Henriettenplatz geschaffen wurde. Thema der Bildhauerarbeit ist der Mythos von der verwandelten Medusa, deren Anblick für jeden Betrachter verhängnisvoll war.
Der Brunnen im südlichen Bereich des Henriettenplatzes existiert seit 1987. Vorausgegangen war ein geschlossener Wettbewerb, den der Berliner Senat in Zusammenhang mit der Neugestaltung des Platzes durch den Architekten Arno Bonanni durchgeführt hatte.
Nach umfangreichen Sanierungs- und Wiederherstellungsarbeiten ist der Zierbrunnen seit dem 8. Oktober 2026 wieder bis zur Winterpause in Betrieb.
Medusa und das Stadtimage von Halensee
Die Medusa ist das vielleicht bekannteste Wesen der griechischen Sagenwelt. Die Mythologie rund um die Erzählung der Medusa fasziniert bis heute und hat viele Filme, Serien, Bilder und Büchern inspiriert. Magisch und ein Ansatzpunkt für Kurfürstendamm und Westfälische Straße: „Ein Medusenkopf ziert das Logo des Modehauses Versace.“
Was macht der Medusa- oder Gorgo-Brunnen mit dem Stadtimage von Halensee und dem Kurfürstendamm?
750 Jahr-Feier Berlins und zwiespältige Stadtgestalt
Zur 750-Jahr-Feier Berlins wurde der gesamte Henriettenplatz im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs neu gestaltet. Niederländische Unternehmen spendeten eine Gedenkstele mit dem Relief von Luise Henriette und dem Großen Kurfürsten, die auf der Nordseite des Platzes errichtet wurde.
Durch die Neugestaltung wurde der Henriettenplatz in mehrere Bereiche mit unterschiedlichen Niveaus geteilt, die ein einheitliches Stadterlebnis und Stadtbild verhindern.
Für die Belebung der Geschäftsstraßen ist ein inspirierendes und ungebrochenes Stadtimage aber überaus hilfreich. Und so fehlt dem Kurfürstendamm hier der städtebauliche Glanz.
— Wie passt der Medusa-Brunnen zur Geschichte von Louise Henriette von Oranien-Nassau, nach der Platz Henriettenplatz am 8. Januar 1892 benannt wurde? — Kann der Medusa-Brunnen ein Treffpunkt für ein unbefangenes erstes Blind Date werden? —
Wie passen ein mythologisches „Vergewaltigungsopfer“ Medusa, und eine „Kurfürstin“ zusammen, „Eine Frau von innerer Frömmigkeit, wahrer Herzensgüte, echt weiblicher Sanftmut und scharfem Verstande“?
Richard George schrieb über sie 1899: „Ihr Rat war dem Kurfürsten bald unentbehrlich in allen Regierungsangelegenheiten, und die überaus glückliche Ehe des kurfürstlichen Paares wurde ein Vorbild für das ganze Land. Unermüdlich wirkte Luise Henriette überall, wo es galt, die Not zu lindern und die Wunden zu heilen, die der Krieg dem Lande geschlagen. In besonderem Maße ist ihre Thätigkeit dem Städtchen Bötzow zu gute gekommen, das ihr zu Ehren den Namen Oranienburg erhielt und in dem das Andenken Luise Henriettes bis auf den heutigen Tag als ein gesegnetes fortlebt.“
Hat Halensee ein gebrochenes Stadtimage?
Offensichtlich gibt es hier ein gebrochenes Stadtimage. Es beruht auf völlig widersprüchlichen Mythen und einer originären Stadtgeschichte und Stadtgestaltung. Veränderungen heute sind ins Auge zu fassen:
- soll vor dem Medusa-Brunnen eine Graffiti-Wand aus Beton errichtet werden, die den Platz vor dem Medusen-Blick schützt?
- Oder muss der Henriettenplatz umbenannt werden, um ein anderes Image zu schaffen?
- Sollten unterschiedliche Namen für Nordteil und Südteil des Platzes gefunden werden?
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