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Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung nimmt ihre Arbeit auf

Fotokunst oder Sexistische Werbung?

Im Mai 2017 war „Sexistische Werbung“ das Thema des Monats in der Charlottenburger BVV. Knapp vier Jahre später nimmt die Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung die Arbeit auf.

Die Jury ist multiprofessionell und divers mit berufenen Expert*innen der Antidiskriminierungsarbeit aus verschiedenen Handlungsfeldern besetzt.
Vertreter der Werbewirtschaft und der besonders im Blick liegenden Modeindustrie sind nicht berufen.

Der Berliner Senat hatte im vergangenen Jahr das Rahmenkonzept gegen diskriminierende und sexistische Werbung beschlossen. Die Jury soll dabei eine Schlüsselrolle bekommen.

Zur konstituierenden Sitzung der Jury sagte Senator Dr. Dirk Behrendt: „Berlin ist eine bunte, vielfältige und lebendige internationale Stadt. Genau diese Vielfalt verpflichtet uns, gegen jede Art von Diskriminierung vorzugehen. Berlin soll ein einladender und sicherer Ort für alle sein. Daher ist das Thema Werbung für die Anti-Diskriminierungsarbeit des Berliner Senats von großer Bedeutung.“

Die Jury wird in einem ersten Schritt einen Kriterienkatalog für sexistische und diskriminierende Werbung entwickeln. Sie arbeitet ehrenamtlich. Bürger*innen werden sich an die Jury wenden können, wenn sie sich von Werbung diskriminiert fühlen. Die Jury berät dann darüber, wie weit es sich um sexistische und diskriminierende Werbung handelt und in welcher Form interveniert werden kann. Für landeseigene Werbeflächen gibt es bereits eine entsprechende Verbotsklausel.

Berufene Jury-Mitglieder:

  • Wolf Dermann, ArbeiterKind.de
  • Dörte Elß, Vorstand der Verbraucherschutzzentrale Berlin
  • Prof. Dr. Gökce Yurdakul, HU Berlin, Professur für Diversity and Social ConflictMitglieder im Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien
  • Dr. Gabriele Kämper, SenGPG, Leiterin Geschäftsstelle Gleichstellung
  • Sarah Klemm, dissens e.V., Institut für Bildung und Forschung, kritische Jungen*, Männer* und Männlichkeitsforschung
  • Petra Koch-Knöbel, Bezirksamt FH-KB, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Leiterin der Geschäftsstelle der bezirklichen Jury gegen sexistische und frauenfeindliche Werbung, Vertreterin der LAG Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Bezirke
  • Iris Rajanayagam, xartsplitta e.V., Projektmitarbeiterin “Passkontrolle”, Alice Salomon Hochschule
  • Judyta Smykowski, Projekt leidmedien/Sozialhelden e.V.
  • Leo Yannick Wild, Schwulenberatung Berlin, Antidiskriminierungsprojekt StandUp

Der Deutsche Werberat als die Selbstkontrolleinrichtung der gesamten Werbewirtschaft, wird damit in Berlin durch ein kulturpolitisches Gremium ergänzt, das in Sachen Werbefreiheit und Kunstfreiheit wertende Stellungnahmen mit Sanktionsempfehlungen abgeben wird.
Der Werberat hatte zuletzt im Jahr 2019 eine Zahl von 514 Fällen zu behandeln, von denen 13 Fälle öffentlich gerügt wurden. In 127 Fällen wurde die Werbung nach Beschwerden zurückgezogen.

Die Redaktion hatte das Thema „Sexistische Werbung in Charlottenburg-Wilmersdorf verbieten?“ im Mai 2017 aufgegriffen.