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Little Asia im Preußenpark

"Little Asia" im Preußenpark

Am Wochenende wird der Preußenpark kulinarisch zum „Little Asia“: Der Geruch von Fisch, Fleisch und asiatischen Gewürzen liegt in der Luft. Die Flagge Thailands und Koreas weht über der Wiese. Eine bunte Mischung von Sonnenschirmn und eine noch buntere Menschenmenge bevölkert die Wiese. Auf kleinen Kochern und Woks werden landestypische Leckerbissen gegart, gekocht und gebraten.
Im Gegensatz zum rustikalen Grillen im Mauerpark oder Jahnpark geht es hier eher sorgsam zu. Große Rauchwolken und offene Feuer sind nicht zu sehen, die asiatische Küche scheint etwas „naturschonender“ zu sein.

Die BZ-Berlin hatte sich schon ordnungspolitisch mokiert: „Preußenpark wird zum Thai-Park – aber alles ohne Genehmigung“ (Sabine Klier | 20.5.2017 | BZ-Berlin).

In der weltoffenen Stadt Berlin ist die Szene im Preußenpark als eine Bereicherung anzusehen, die nicht nur nach ordnungspolitischen Aspekten beurteilt werden darf.

"Little Asia" im Preußenpark mit  Flaggen
„Little Asia“ im Preußenpark mit Flaggen von Thailand und Sükorea – Foto: m/s

Die klare Luft über den Garküchen ist das Phänomen, was „Little Asia“ seinen besonderen Zauber verleiht, und die friedliche Atmosphäre fördert. Anwohner haben sich bisher über Lärm und Geruch beschwert, nicht jedoch über Rauch und offene Feuer.

Kulinarischer Trend-Ort in Berlin

Wenn Grillfreunde auf Asia-Küche umschwenken, wäre es umwelt- und klimapolitisch ein Gewinn. Die asiatische Garküche ist gesünder, vitaminreicher und nicht mit typischen Schadstoffen der Kokelei über offenen Feuer belastet.

Die von DEHOGA und Gaststättenbetreibern befürchtete Konkurrenz ist nur für den benachbarten Imbiss an der Ecke wirklich spürbar. Die Zielgruppe kommt jedoch wegen der Asia- und Thaiküche in den Preußenpark, und würde Currywurst vermutlich verschmähen.

Die private Umbenennung des Preußenpark in Thaipark wird durch eine private Internetseite und einen Eintrag bei Google-Map seit langer Zeit gestützt. Das Phänomen existiert nun schon seit 20 Jahren, und ist bei den Top10 Tips über Berlin, bei Urlaubsguru und bei vielen anderen Empfehlungsportalen eingetragen. Statt Hygieneampeln gibt es positive Bewertungen zuhauf, und viele begeisterte Wortmeldungen.

Parkordnung, Gewerbeordnung und kultische Gebräuche in Berlin

Die langjährig bewährte selbstorganisierte Nutzung entspricht einer informellen Bürgerinitiative. Die Kategorien des deutschen Ordnungsrechtes greifen auch bei interkulturellen Gebräuchen und Gepflogenheiten zu kurz. So ist das Grillen in Parkordnungen geregelt, das Garen aber nicht! Auch bei der Einstufung als gewerbliche Nutzung wird leicht überzogen. Das Garen und feilbieten von Speisen ist zwar „nach Außen gerichtet“, aber die Gewinnerzielungsabsicht ist fraglich, weil es vor allem um Kostendeckung und Familienversorgung geht. Ob es ein planvolles, auf Dauer angelegtes Gewerbe ist, kann schon der Wettergott beantworten – eher nicht!
Da sich alle Jahre wieder „Ordungspolitiker“ an dem Phänomen abarbeiten, sollte besser mit dem zivilrechtlichen Mittel der Zustimmung nach Lösungen gesucht werden, um kulturüblichen und kultischen kulinarischen Gebräuchen einen legalen Rahmen zu verleihen.

Für Berlin und Wilmersdorf ist „Little Asia“ im Preußnpark ein echter Gewinn, und vielleicht auch ein Lernprojekt für Teilhabe, Partizipation und Stadtentwicklung.

Weitere Informationen:

www.thaipark.de

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