Dienstag, 21. Mai 2024
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Otto-Suhr-Allee: Linden langsam verdorren lassen — oder lieber wässern?

Linden in der Otto-Suhr-Allee

Tausende Autofahrer haben täglich die Otto-Suhr-Allee im Blickfeld. Biegt man vom Ernst-Reuter-Platz nordwärts ein, entfaltet sich beidseits der Otto-Suhr-Allee eine prächtige Baumkulisse aus zwei Reihen Linden. Gerade endet deren Blütezeit. Auf der sonnigen Seite bietet sich schon ein bestürzendes Bild. Alle großen Linden dürsten nach Wasser, erkennbar an die aufgestellten, hellen Blättern, mit denen die Bäume versuchen, die Verdunstung zu reduzieren.

Dürre-Signal: Linde in der Sommerhitze: die Blätter sind hochgestellt, Blattunterseiten sind zu sehen - Foto: © Michael Springer
Dürre-Signal: Linde in der Sommerhitze: die Blätter sind hochgestellt, Blattunterseiten sind zu sehen – Foto: © Michael Springer

In der Hitze von über 30-36 Grad Celsius fehlen den Bäumen täglich 150-250 Liter Wasser, die kaum noch im Boden verfügbar sind. Höchstens im Bereich des Nassen Dreiecks gibt es noch Zugang zu Grundwasserleitern.

Von den Hauseigentümern und Mietern in der gesamten Otto-Suhr-Allee haben die Bäume bisher keinen einzigen Tropfen Wasser bekommen, obwohl die Linden großartige kühlende Schattenspender sind.

An diesem Hitzewochenende ist nun der Kipp-Punkt nahe: die Bäume stehen vor dem Vertrocknen. Erste vertrocknete Äste sind schon in den Wipfeln zu sehen. — Wenn nicht noch ein Wunder geschieht bricht der Herbst vorzeitig in der Otto-Suhr-Allee an: Blätter fallen vozeitig ab.

Die Linden stehen nun den vierten Dürre-Sommer, viele schwächeln, werden nach und nach sogar von Schwächeparasiten befallen.
Der Klimawandel ist scheinbar nicht aufzuhalten. Die Linden in der Otto-Suhr-Allee könnten schon im Jahr 2025 „aus Gründen der Verkehrssicherheit“ gefällt werden.

Doch was wäre die Otto-Suhr-Allee ohne die schönen alten Linden mit vollen Baumkronen? — Wie wäre der Blick auf das Schloß Charlottenburg ohne grüne Baumkulisse?

Das vom City-Lab gestartete Projekt „Gieß den Kiez“ weist schon viel weniger als 625.000 Straßenbäume auf, weil im Winter bis zu 1000 Bäume pro Monat in Berlin gefällt werden. Die Linden in der Otto-Suhr-Allee darben nicht allein in Berlin.

Allein das Bezirksamt Treptow-Köpenick veröffentlicht alle Daten von Baumfällungen, wobei sogar die Begründungen geliefert werden. Allein 80 Eichen müssen absehbar wegen Befall mit „Schwächeparasiten“ gefällt werden.

Die Baumgutachter „lügen“ dabei professionell: denn es heißt höchstens „abgestorben“ nie verdorrt.
Denn sonst müssten Bürgermeister und Bürgermeisterinnen und Grünflächen-Amtsleiter_innen ihre Verantwortung für fehlendes Wässern, fehlendes Gerät, fehlende Arbeitskräfte und fehlende Gelder für Wasser und Betriebsmittel eingestehen.

Dürre auch vor dem Rathaus Charlottenburg - wer wässert die Linden in dieser städtebaulich intakten Allee? Foto: © Michael Springer
Dürre auch vor dem Rathaus Charlottenburg – wer wässert die Linden in dieser städtebaulich intakten Allee? Foto: © Michael Springer

Otto-Suhr-Allee: Linden langsam verdorren lassen — oder lieber wässern?
Die Redaktion wendet sich nun öffentlich an alle Anlieger und Anwohnenden: „Sollen die Linden weg?“ — „Kann man tatenlos zusehen, wie stattliche Linden langsam verdorren?“ — „Oder soll man die Stadtbäume bewässern und alle Kräfte dafür sammeln und einsetzen?

Linden wässern: „Wer macht mit, gibt „volle Kanne“ und zeigt sich?

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