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Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf übergibt seinen IT-Netzbetrieb an das ITDZ

Charlottenburg-Wilmersdorf übergibt Netzbetrieb an das IDTZ

Es sind nicht nur ein paar Kabelbäume mit Breitband- und Internet-Verbindungen, die seit dem 1.Juli 2020 das Dienstgebäude des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf am Hohenzollerndamm mit dem IT-Dienstleistungszentrum Berlin IDTZ in der Berliner Straße verbinden. Es ist eine komplexe neue IKT-Infrastruktur, die nach Vorgaben des Berliner E-Government Gesetzes eingerichtet wurde. Viele tausend geleistete Arbeitsstunden verbinden auch die für die Organisation eingesetzten IT-Spezialisten und Mitarbeitenden, die dabei auch viele Rückschläge, neue Lernprozesse und überraschende technische Software-Updates bewältigen mussten.

Eine neue Verbundenheit und kooperative Zusammenarbeit entstand auch zwischen der für das eGovernment zuständigen Abteilung beim Innensenator und Sabine Smentek, IKT-Staatssekretärin des Landes Berlin, die die Umsetzung des Berliner E-Government-Gesetzes verantwortet.
Mit der offiziellen Übergabe des Netzbetriebs für das Dienstgebäude Hohenzollerndamm an das ITDZ Berlin wurde ein wichtiger Meilenstein für ein modernes eGovernment in ganz Berlin erreicht.

Erfolg des Berliner E-Government-Gesetz

Der wichtigste Erfolg des Berliner E-Government-Gesetzes besteht in der schrittweisen Harmonisierung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)-Infrastruktur. Das Berliner E-Government-Gesetz legt die Eckpunkte für die Digitalisierung fest und schreibt eine klare Vereinheitlichung und Zentralisierung der IKT vor.
Das alte Durcheinander und Gegeneinander von unterschiedlichen Beschaffungszyklen und Beschaffungsverantwortlichkeiten wird beendet.
Man hat inzwischen auch erkannt, dass Kommunale Verwaltungshoheit nur wahrgenommen werden kann, wenn auch einheitliche und qualitätssichere Arbeitsprozesse gesichert sind.
Vereinfach gesagt: man kann IKT-Verfahren vereinheitlichen, aber am Ende eines Verwaltungsprozess unterschiedliche Amtssiegel und Paraphen auf das Abschlußdokument setzen, um Gewaltenteilungen, Zuständigkeiten und Veranwortlichkeiten und politische Handlungsfähigkeiten zu wahren.

Zeitgemäße leistungsfähige Verwaltung in Zusammenarbeit mit IDTZ

IKT-Systemverwaltung und bezirkliche Leistungsverwaltung in der IT-Fachverfahren und -Serviceleistungen sind nun nach Kompetenzen aufgeteilt. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf erfolgt die technische Betreuung der Netze für Datenaustausch und Telekommunikation am Standort Hohenzollerndamm nun durch das ITDZ Berlin.
Hierzu wurden für 671 Arbeitsplätze, die zentralen Netzwerkkomponenten, etwa Switche, Firewalls sowie die unterbrechungsfreie Stromversorgung, gegen neueste Technik ausgetauscht und in die zentrale und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI)-zertifizierte IT-Infrastruktur des ITDZ Berlin integriert.
Vom IDTZ Berlin wird diese IKT-Infrastruktur auch nach den landesweit gültigen Sicherheitsstandards betrieben, überwacht und gewartet.
So wurden z.B. schon Empfehlungen des BSI zum Datenaustausch umgesetzt, und unsichere Windows-Dateiformate vom Mailverkehr verbannt.

Weitere Infrastrukturkomponenten wie IP-Telefonie und der standardisierte IKT-Arbeitsplatz mit dem Berlin PC werden noch folgen.

Gemeinsames Servicekonzept zwischen Bezirk und IDTZ

Basis für die Betriebsübernahme ist ein ausführliches, gemeinsam mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf erarbeitetes Servicekonzept. Es dient als Grundlage für weitere geplante Betriebsübernahmen und regelt unter anderem Serviceumfang, Servicezeiten und den Servicebetrieb sowie das Störungsmanagement und die Bearbeitung von Serviceanfragen.
Das Rathaus Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee wird noch in diesem Jahr seinen Netzbetrieb an das IDTZ übergeben.
Weitere Standorte des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf sowie andere Behörden folgen im nächsten Jahr.

Migration zum IDTZ auch bei Landesbehören anderen Bezirken

In der aktiven Phase der IKT-Migration zum ITDZ Berlin befinden sich bereits das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, die Senatskanzlei am Standort Warschauer Straße, das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie das Bezirksamt Spandau. Das Berliner Großprojekt E-Government sieht nun auch eine zentrale starke Rolle des 15 Jahre alten IDTZ-Berlin vor: über 67.500 IKT-Arbeitsplätze in der Berliner Verwaltung künftig mit Hilfe des ITDZ Berlin standardisiert. Geplant ist auch, an allen über 87.500 Arbeitsplätzen in der Verwaltung alle Aktenbearbeitungsprozesse künfig ausschließlich digital abzuzwickeln. Das ist aber leichter geplant, als in der Realität umgesetzt. Den aufgrund steter technischer Innovationen, fehlerhafte und unsicherer Software-Updates und entstehen dabei aber auch neue unplanbare Hürden. Das IDTZ sucht deshalb auch ständig neue junge und erfahrene Fachkräfte.

Das Großprojekt auf Basis des 2016 erlassenen Berliner E-Government Gesetzes sieht die Zentralisierung und Standardisierung der landesweiten IKT vor. Alle ca. 87.500 Arbeitsplätze in den Bezirken, Senatsverwaltungen und nachgeordneten Behörden des Landes sollen mit standardisierten, einheitlichen und vom ITDZ Berlin administrierten IKT-Arbeitsplätzen ausgestattet werden. Ziel ist die Schaffung technischer Voraussetzungen für eine medienbruchfreie, behördenübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Behörden sowie für digitale Leistungen im Bürgerservice.

Schlüsselübergabe für die Zukunft des E-Government in Charlottenburg-Wilmersdorf - Foto: IDTZ, NEWPIC
Schlüsselübergabe für die Zukunft des E-Government in Charlottenburg-Wilmersdorf – Foto: IDTZ, NEWPIC

Digitalpolitischer Etappensieg

Für Sabine Smentek, IKT-Staatssekretärin des Landes Berlin war die Übergabe des Netzbetriebs ein lange und hart erarbeiteter Etappensieg: „Gemeinsam mit den verschiedenen Behörden und dem ITDZ Berlin bringen wir die Digitalisierung der Verwaltung weiter voran. Unser Ziel sind digitale Bürgerservices, die den Ansprüchen einer Hauptstadt gerecht werden. Dafür benötigen wir nicht nur motiviertes Personal, sondern auch eine moderne und einheitliche IKT-Infrastruktur. Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und loben ausdrücklich dessen Engagement.“

Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf freute sich über seine Pilotrolle: „Die Migration unserer IKT zum ITDZ Berlin ist eine große Aufgabe, die wir Schritt für Schritt gemeinsam planen und umsetzen. An unserem zweitgrößten Standort, an dem sich auch das in der Corona-Krise enorm geforderte Gesundheitsamt und unser größtes Bürgeramt befindet, arbeiten wir jetzt auf moderner, zukunftssicherer Netzwerktechnik. Ich bin mir sicher, dass wir als Pilotbezirk für die andere elf Bezirke eine Blaupause geliefert haben, von der diese profitieren werden.“

Marc Böttcher, Vorstand ITDZ Berlin war sichtlich stolz auf den gelungenen Projektstart: „Die Betriebsübernahme des ersten großen Netzbetriebs im Rahmen der IKT-Migration bedeutet für das ITDZ Berlin eine besondere Verantwortung, die wir sehr gern annehmen. Die IKT der öffentlichen Verwaltung zu modernisieren und Verwaltungsdienste für die Bürgerinnen und Bürger immer weiter zu optimieren – das sind unsere Aufgaben und Ziele als Dienstleister. Ich bedanke mich für das Vertrauen, dies jetzt in besonderem Maße für den Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf tun zu dürfen“.

Die Berliner E-Government-Strategie befindet sich nun auf sicheren Kurs.

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