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Grünflächenpflege künftig naturnah und extensiv?

Traktor, Mähgerät & Aufnehmer im Einsatz

Frühjahr, Frühsommer: März, April, Mai und Juni. Die Gräser, Kräuter und Wiesenblumen sprießen, wachsen und blühen. Die schönste Zeit im Jahr für das Frühlingserleben für Mensch, Pflanzen, Tiere und Insekten ist da.

Doch unweigerlich rückt die Frage an: wann rücken die Mähkolonnen in den Berliner Grünflächenämtern aus?

Neue Erkenntnisse zum Insektenschwund und zum Klimawandel legen auch noch ganz andere Fragen nahe: „Mit welchem Gerät und mit welchen Arbeitsgängen soll gemäht werden?

Soll die auf Leistung optimierte Einheit aus Traktor, Mäher und Aufnehmer zum Einsatz kommen? Ist es noch verantwortbar, diese „massenmordenden Ungetüme“ auf die Insektenwelt loszulassen?

Sind es nicht „Gras-Wiesenblumen-Insekten-Salathäcksel-Kompost-Transformer“, die frisch in Biomasse eingebundenes Kohlendioxid wieder beschleunnigt freisetzen? Ist die Biogas-Verwertung für die Mischkompost-Häckselmasse der einzige Ausweg?

Oder sollen Insektenleben, Naturschutz und Blühzyklen wieder höher als ergonomische und praktische Kriterien bewertet werden?

Soll man im Juni einfach Wiesenflächen „trockenmähen“, wie das Praktiker effektiver „Grünpflege“ gelegenlich empfehlen? Die Sonne dörrt dann die Wiese einfach aus. Der Landschaftsgärtner spart sogar ein bis zwei Mähgänge im Jahr, und muß erst im Oktober zum Laubaufnehmen und „Saubermähen“ anrücken.

Aber Wiesen werden so für mehrere Monate im Sommer zu Trockenrasen, die mittags auch die Luft aufheizen, und sogar Hitzeperioden künstlich verstärken. Wiesentau am Morgen fehlt dann zum Kühlen. Die Stadt wird unwirtlich und für Herz- und Kreislaufkranke sogar lebensgefährlich.

Müssen wir überhaupt immer alle Flächen ganz abmähen? Oder sind die Ängste vor „Ordnungsfanatikern“ noch immer zu groß, weil sie sofort Amtsleiter und Stadträte anrufen, weil das „Unkraut wieder zu hoch steht“?

Naturnahe und extensive Grünflächenpflege und ein an Mikroklima und Wasserhaushalt angepasstes Grünflächenmanagement ist in Zeiten von extremen Wetterereignissen und Klimaerwärmung gefragt.

Gärtner, Grünflächenämter und Hausverwaltungen können nicht nur etwas, sondern viel für Natur, Umwelt, Klima und eine gesunde Stadtumwelt tun! Auch an die Speicherung und Versickerung von Regenwasser aus Starkregen-Niederschlägen muss gedacht werden!

Dipl. Ing. Michael Springer


Leseraktion: Grünflächen auf „naturnahe, extensive und klimaangepaßte Grünflächenpflege“ umstellen:

Welche Grünfläche soll umgestellt werden? Was kann verbessert werden? Welche lokale Bürgerinitiative sucht noch fachliche Unterstützung und Rat. Wer möchte neue Gartengeräte, Balkenmäher und Heuwender anschaffen? Wer will auf Wiesenmahd umstellen?
Wer verzichtet im Herbst auf Laubblasgeräte und setzt auch auf Laubkompostierung vor Ort? Wer will Mulden-Rigolen-Versickerungen bauen? Die Redaktion hat umfangreiches Lehr- und Anschauungsmaterial zur Grünflächenpflege im Archiv.

Senden Sie Ihre Hinweise und Vorschläge mit Ortsbeschreibung und Foto an die Redaktion:
info@tempelhof-schoeneberg-zeitung.de

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