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Machbarkeitsstudie zur Autobahnüberdeckelung der Stadtautobahn A 100

Hamburger Deckel der A 7

Der Senat hat am 22. Dezember 2020 auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, den halbjährlichen Bericht an das Abgeordnetenhaus zur Mehrfachnutzung von Infrastrukturflächen beschlossen. Im Klartext geht es um die Überbauung von Autobahn- und Schienenabschnitten, um verbindende Räume und neue Stadtqualitäten zu schaffen. Vorbild ist ein entsprechendes Projekt in Hamburg (siehe Grafik).

Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte am 6. Juni 2019 den Senat aufgefordert zu untersuchen, welche Verkehrsinfrastrukturflächen an Berliner Autobahn- oder Schienenabschnitten in Troglage sich für eine Überdeckelung eignen.
Wie vom Umwelt- und Verkehrsausschuss empfohlen, wird derzeit eine Machbarkeitsuntersuchung für einen Pilotbereich durchgeführt.

Charlottenburger Abschnitt der A 100 besonders gut geeignet

Aus stadtplanerischer Sicht ist der Bereich der Autobahn A 100 zwischen Knobelsdorffbrücke und Kaiserdammbrücke für ein Pilotprojekt geeignet. Mit der DEGES GmbH wurde Ende 2019 ein Projektvertrag für die Erarbeitung der Technischen Machbarkeitsstudie für diesen Bereich abgeschlossen.

Neben der technischen Lösung soll die Machbarkeitsstudie Aussagen zur Verkehrsführung während der Bauzeit, Abstimmungen mit Eigentümern und Baulastträgern (wie Bund und Deutsche Bahn AG), Anforderungen hinsichtlich Lärm- und Brandschutz, Möglichkeiten zum Erhalt der Anschlussstellen sowie Kosten einschließlich Mehraufwendungen für die Unterhaltung auf Seiten der Baulastträger enthalten.

Nachdem die erforderlichen Vermessungsleistungen, Untersuchungen des Baugrundes und Materialabsprachen abgeschlossen wurden, erfolgte die Vergabe von Planungsleistungen im Rahmen der Machbarkeitsstudie.

Die Ausgangslage vor Ort stellt sich wie folgt dar: Die Bundesautobahn A100 verläuft zwischen Knobelsdorffbrücke und Kaiserdammbrücke in einer Troglage; in der Mitte verlaufen die Bahngleise, die beiden Fahrtrichtungen der Autobahn verlaufen rechts und links der Bahngleise.

Zwei Bauvarianten werden untersucht

Derzeit werden zwei grundsätzliche Variantenlösungen planerisch untersucht:

1. eine Überdeckelung, die sich komplett über die Richtungsfahrbahnen der BAB A100 und über die Bahnanlagen der DB AG erstreckt,

2. eine Überdeckelung nur der Richtungsfahrbahnen der BAB A100, ergänzt von einem baulichen Lärmschutz, um die Anwohner*innen vor Lärmbelastung durch Zugverkehr zu schützen.

Für die verschiedenen Deckelungsvarianten mit unterschiedlichen konstruktiven Lösungen sind Bauwerksentwürfe, Verkehrsführungspläne sowie Kostenschätzungen und Visualisierungen zu erarbeiten. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden voraussichtlich im ersten Quartal 2021 erwartet.