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Wann kommt das „Weihnachtsbeleuchtungs-Finanzierungsgesetz?“

Tauentzien: Weihnachtsbeleuchtung

Von Michael Springer

/// Glosse /// – Die Weihnachtszeit naht, die City-West, Tauentzien und der Kurfürstendamm sollen wieder im weihnachtlichen Lichterglanz erstrahlen. Doch infolge der Corona-Pandemie und des Lockdowns stehen Gastgewerbe und Tourismuswirtschaft am wirtschaftlichen Abgrund und fallen als Sponsoren aus.
Klassische Weihnachtsmärkte sind abgesagt, Schausteller, Budenbetreiber, Kunsthandwerker und Imbiss-Anbieter stehen vor einem verlorenen Jahr.
Auch der stationäre Handel ist unter höchsten Druck, weil viele Kunden lieber zu Haus bleiben und stattdessen „online-shoppen“. Selbst Immobilien-Investoren halten sich zurück, sie kämpfen längst mit Mietstundungen und Insolvenzen wichtiger Mieter.
Das normale Stadtleben ist ausgebremst, und wenige Tage vor Beginn der Weihnachtszeit kommen nun überraschende Vorschläge und „kluge Konzepte“ von Politikern, wie die Weihnachtszeit noch „zu retten“ sei.
Wieso auch erst zwei Wochen vor Beginn der Weihnachtszeit? Weihnachten wurde doch regelmässig seit 2.019 Jahren gefeiert, die erste Lichterkette der Edison Electric Light Company blinkte schon 1882!

Die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung in den Innenstädten wird zur Systemfrage: „wer bezahlt den Lichterzauber?“

Muss jetzt ein „Weihnachtsbeleuchtungs-Finanzierungsgesetz“ entwickelt werden? Soll das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat eine Vorlage schreiben – es geht ja auch um Heimatgefühl? Oder muss das Bundeswirtschaftsministerium den „Runden Tisch Innenstädte“ befassen? Oder sind Branchenexperten gefordert: Warum legt der Handelsverband Deutschland keinen Entwurf für diese „wichtige Maßnahme zur Wirtschaftsförderung“ vor?
In diesem Jahr zahlt der Berliner Senat noch Zuschüsse.

Doch nach dem Verursacherprinzip müsste vor allem der Handel für die Kosten eintreten, wobei jedoch der Online-Handel im Einzelnen bis zu 60% coronabedingte Umsatzzuwächse erzielt hat.
Eine Kostenteilung nach anteiligen Umsatzvolumen von Online-Handel und stationären Handel wäre vermutlich die fairste Lösung!

Unfair ist es, wenn nur wenige stationäre Händler die Kosten finanzieren, und immer mehr Kunden nur noch herumstöbern, aber schon beim Verlassen des Ladengeschäfts mit dem Smartphone per E-Commerce direkt ordern!

Die Online-Händler sind schon heute in der moralischen Pflicht, Teile ihrer massiven Werbeausgaben zur Finanzierung von Weihnachtsbeleuchtungen umzuwidmen. Etwas weniger Google- und Online-Werbung, und Sponsorentafeln in der Geschäftsstraße – das wäre eine gute Lösung!

Aber auch Flagship-Stores und „Abholstationen“ und „Umtausch-Läden“ wären Lösungsansätze, die Urbanität in der Innenstadt erhalten,

Die andere Lösung: „Wertmarken“, die auf alle auszulieferndene Geschenkpakete aufzukleben sind, die über Spenden und Umlagen finanziert werden. Im zweitausendundeinundzwanzigsten Weihnachtsjahr sollte das bereits zum guten Brauch werden!


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