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BEP: Städtebauliches Planungskonzept für die City-West gestartet

Europacenter - mitten in der City-West

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat in seiner Sitzung am Monatsanfang auf Vorschlag von Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger den Startschuss für eine Bereichsentwicklungsplanung (BEP) für die City West gegeben.

Bereichsentwicklungsplanung — kurz erläutert
Bereichsentwicklungsplanungen und sind wichtige Planungsinstrumente der Bezirke, welche zwischen der übergeordneten berlinbezogenen und der kleinräumigen grundstücksbezogenen Planungsebene vermitteln.
In der Berliner Planungssystematik stehen sie zwischen der auf die Gesamtstadt bezogenen Flächennutzungsplanung und den auf Teilbereiche bezogenen rechtsverbindlichen Bebauungsplänen.

Die Bereichsentwicklungsplanung ist vor allem verwaltungsintern bindend und in der verbindlichen Bauleitplanung bei jeder der Abwägung zu berücksichtigen. Lediglich die „Dissensflächen“, die die zuständige Senatsverwaltung feststellt, werden davon ausgenommen.
Die Bereichsentwicklungplanung sichert so auch Nutzungen und Vorhaben, für die es jeweils auf Jahre hinaus finanzielle Absicherung geben muss.

Da die Bereichsentwicklungsplanung regelmäßig auf ihre Aktualität hin zu überprüfen und erforderlichenfalls fortzuschreiben ist, stellt sie ein flexibles Planwerk, das sich auch aktuellen Fragen stellt, dar.

Was regelt die BEP?
Für das betreffende Bezirksgebiet wird insbesondere der Flächenbedarf für Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, für Grün- und Erholungsflächen, für gewerbliche Betriebe, der verkehrlichen Infrastruktur sowie für das Wohnen ermittelt und räumlich zugeordnet. Die Planungen sind jeweils auf einen mittel- bis langfristigen Horizont ausgerichtet.

Damit werden nun alle vorhandenen städtebaulichen Planungskonzepte miteinander abgeglichen und zu einer Gesamtplanung für den Bezirk verdichtet. Am Ende des Verfahrens wird die BEP von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen und bildet dann als wichtiges Abwägungsinstrument für die Verwaltung die Grundlage für alle weiteren Detailplanungen.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, sagte dazu:

„Mit der nun eingeleiteten BEP kommen wir jetzt in ein förmliches Verfahren, das auch die zivilgesellschaftlichen Prozesse des Werkstadtforums City West mit seinen 79 Zielen in planungsrechtliche Verfahren einbringt. Damit wird der BVV und der Bürgerschaft die Möglichkeit gegeben, in einem breiten Beteiligungsprozess zu einer gemeinsamen Zieldefinition für die City West zu kommen. Mir ist es dabei besonders wichtig, in Berlin erstmalig die aktuellen Themen, wie das Ziel der klimaneutralen Stadt, neue Mobilitätsformen, Digitalisierung, aber auch die Zukunft des Einzelhandels in planungsrechtlichen Prozessen abzubilden. Der Bezirk wird sich daher bei der Erarbeitung der BEP sehr stark auch an Beispielen anderer Städte orientieren.“

Stadtplanung und digital-soziale Synergien in der City-West
Die City-West ist aktuell massiven Wandlungprozessen ausgesetzt. Die bisherigen Zielvorstellungen und auch die Ziele der vom Werkstadtforum erarbeiteten „Charta Berlin City West 2040 – die offene Stadt“ müssen in allen ihren baulichen, raumwirksamen und gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen krtisch überprüft werden. Vor allem müssen neue Antworten für das veränderte Einkaufsverhalten und für veränderte Nutzungsfrequenzen in der Stadt gefunden werden.
Konkret: wer neue Mobilität und das Internet der Dinge forciert, bekommt auch das Internet der Sinne — die Einkaufstüte wird damit abgeschafft!
Wer zwei Theater auf einen Veranstaltungsort schrumpft, schrumpft auch die Gästefrequenz in benachtbarten Cafés, Restaurants und Bars. Wer Kinos in Flagship-Stores verwandelt, beseitigt das Nachtleben und senkt die Kundenfrequenz der preisbewußten Kunden.
Aus heutigen Click & Meet-Geschäftsmodellen können sich auch ganz schnell Click & Shop@home Geschäftsmodelle entwickeln.

Stadtwandel Berlins und neue Baupolitik im Erdgeschoß
Die Abwanderung einkommensstarker Gruppen aus der Innenstadt in die Vorstädte und ins Brandenburger Umland verändert auch die City-West. Ohne den in 10-Minuten-Entfernung liegenden Flughafen-Tegel verändert sich auch der bisherige Büroflächenmarkt. Der Trend zum Homeoffice sorgt sogar unmittelbar für wachsenden Leerstand.
Hinzu kommen die pandemiebedingten Abbrüche im Handel, in der Messe- und Tourismuswirtschaft. Auch die bisher eng an den Mythos Berlin geknüpfte Bedeutung der City-West wird durch die digitale Technologien in grundlegend Frage gestellt, weil sich beispielsweise Öffentlichkeiten in Bildschirmwirklichkeiten verändern. Historische Ereignisse werden heute sogar zum virtuellen Erlebnis in Apps. Täglich werden hunderte Touristen von realen Orte abgelenkt, und verschieben reale Umsätze auf digitale Plattformen
Die Profitabilität von Flächen-Vermietungen benötigt auch umsatztragende Besucherfrequenzen. Die City-West benötigt daher auch völlig neue und zusätzliche Attraktionen und „Besuchsmotive“.

Flagship-Store von hunkemöller am Kurfürstendamm 13-15 in 10719 Berlin - Foto: m/s
Flagship-Store von hunkemöller am Kurfürstendamm 13-15 in 10719 Berlin – Foto: m/s

Die künftige Attraktivität der City-West wird vor allem durch eine neue kreative Baupolitik, durch Stadtumbau und mit Hilfe des besonderen Städtebaurecht zu gestalten sein, das mehr lokale Funktions- und Nutzungsmischungen erlaubt!

Eine Revival das alten „Café Kranzler“ sollte ins Auge gefasst werden, um das Erdgeschoß an zentraler Stelle wieder zum unverwechselbaren Teil der „Stadtkrone“ zu machen.
Auch die Berliner Vorliebe zum „Beton-Glas-Kubismus“ und zum Hochhaus muss neu überprüft werden.

Fondation d'entreprise Louis Vuitton in Paris - Blick vom Jardin d'Acclimatation - Foto: Daniel Rodet und Frank Gehry (Gebäudearchitekt) CC BY-SA 3.0
Fondation d’entreprise Louis Vuitton in Paris – Blick vom Jardin d’Acclimatation – Foto: Daniel Rodet und Frank Gehry (Gebäudearchitekt) CC BY-SA 3.0

Mehr soziale Stadtrenditen – statt Kapitalrenditen: künftige städtebauliche Attraktionen werden sich eher an architektonischen und wirtschaftlichen Vorbildern wie dem „Le vaisseau de verre“ (Glasschiff) von Frank Gehry orientieren, das für die Fondation Louis Vuitton pour la Création in Paris errichtet wurde.
Mehr Kultur, mehr Aufführungsorte für neue Urbanität — und mehr Erlebnis- und Begegnungsorte müssen geplant werden, um die gesamtwirtschaftliche Attraktivität und Wertschöpfung in der City-West neu zu entfalten! Jedes Erdgeschoß zählt doppelt: als Frequenzbringer und als Umsatzfaktor, der Gesamtentwicklung fördert — oder aber mindert!


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