Home > Aktuell > Einzelhandelsumsatz im Februar 2021 um 1,2 % höher

Einzelhandelsumsatz im Februar 2021 um 1,2 % höher

Destatis: Hauptgebäude des Statistischen Bundesamtes

Der Monatsbericht des Statistischen Bundesamtes zeigt klar die Verwerfungen im Einzelhandel auf: Textilien, Bekleidung, Schuhe verzeichneten im Februar Umsatzrückgänge von-74 %, Internet- und Versandhandel wuchsen weiter um +34 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zahlenvergleich: Einzelhandelsumsatz im Februar 2021 (vorläufig)

  • +1,2 % zum Vormonat (real, kalender- und saisonbereinigt)
  • +1,3 % zum Vormonat (nominal, kalender- und saisonbereinigt)
  • -9,0 % zum Vorjahresmonat (real)
  • -7,7 % zum Vorjahresmonat (nominal).

Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland haben im Februar 2021 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 1,2 % und nominal (nicht preisbereinigt) 1,3 % mehr umgesetzt als im Januar 2021.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, sank der Umsatz im Februar 2021 real um 9,0 % und nominal um 7,7 %. Nach Kalender- und Saisonbereinigung lag der Umsatz real 5,4 % niedriger. Der Februar 2021 hatte mit 24 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der Februar 2020.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Die verschiedenen Einzelhandelsbranchen haben sich im Jahresvergleich sehr unterschiedlich entwickelt, je nachdem, ob und wie sie von den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung betroffen waren.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Februar 2021 real 1,6 % und nominal 0,1 % weniger um als im Februar 2020. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte real 0,9 % unter und nominal 0,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich allerdings real 7,0 % und nominal 5,1 % weniger um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln waren die Umsätze im Februar 2021 real 13,8 % und nominal 13,0 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) brachen real um 73,7 % beziehungsweise 42,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Ebenfalls stark betroffen war der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem Rückgang von real 34,1 % im Vergleich zu Februar 2020.

Von den Geschäftsschließungen deutlich profitiert hat indes der Internet- und Versandhandel mit einem Umsatzanstieg von real 34,1 % und nominal 35,2 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Methodische Hinweise:

In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen unabhängig. In der aktuellen Corona-Krise kann es durch die zeitweise starken Rückgänge und Anstiege zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Vormonats-/Vorquartalsvergleich und Vorjahresvergleich kommen.
Wichtig sind beide Betrachtungsweisen: Wie ist die konjunkturelle Entwicklung gemessen am Vormonats-/Vorquartalsvergleich, und wie weit ist der Aufholprozess im Vergleich zum Vorjahresniveau? Um zusätzlich einen direkten Vergleich zum Vorkrisenniveau zu ermöglichen, wird bis auf Weiteres in allen Pressemitteilungen zu Konjunkturindikatoren, die kalender- und saisonbereinigt vorliegen, ein Vergleich zum Februar 2020 beziehungsweise zum 4. Quartal 2019 dargestellt.

Krisenmonitor ermöglicht Vergleich zwischen Corona-Krise und Finanz- und Wirtschaftskrise

Der Einzelhandelsumsatz ist auch Teil des „Krisenmonitors“ (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt.
Der Krisenmonitor ergänzt die Sonderseite „Corona-Statistiken“ (www.destatis.de/corona), die statistische Informationen zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bündelt.

Weitere Informationen:

www.destatis.de