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Literaturhaus Berlin: Walter-Serner-Preis für Isabelle Straub

Isalella Straub

Im Literaturhaus Berlin steht eine bedeutsame Preisverleihung bevor. Der Walter-Serner-Preis für Kurzgeschichten geht in diesem Jahr an Isabella Straub für ihr außergewöhnliches Werk „Sibirien“. Der Preis ist mit 4000 € dotiert. Einen Sonderpreis in Höhe von 1000 € erhält Rolf-Bernhard Essig für seinen Text „Überfahren“.

Die Preisträgerin Isabella Straub studierte Germanistik und Philosphie in Wien und in Klagenfurt. Sie beendete ihr Studium 1993 mit der Diplomarbeit „Die Kluft zwischen Sprache und Welt ist unüberbrückbar geworden. Günther Anders und die Sprache des letzten Zeitalters als Magistra.“ Die Autorin wurde bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien für ihr literarisches Werk geehrt.

Rolf-Berhard Essig ist der Enkel von Herman Essig und arbeitet selbst als Autor, Literaturkritiker, Entertainer und Dozent. Er wuchs in Kulmbach auf und studierte in Bamberg Germanistik und Geschichte. Seit 2008 tourt er insbesondere als Experte für Sprichwörter durch Deutschland.

Anknüpfend an die erzählerische Tradition von Walter Serner vergibt das Literaturhaus Berlin gemeinsam mit dem Kulturradio des rbb die Auszeichnung an die beiden Preisträger. Das Thema kreist um die Hochstapelei. Auch Walter Serner widmete sich in seinem Werken diesem skurillen Thema und macht die zwielichtigen Gestalten städtischer Grauzonen zu seinen Hauptfiguren.

„Sibirien“ von Isabella Straub ist die Geschichte der Hochstaplerin Jacky, die sich aus ihren prekären Lebensumständen befreien will. Das Hochhaus, in dem sie lebt, ist zugleich auch ihre Arbeitsplatz: der Supermarkt im Erdgeschoss, wo sie den Kunden, Ein-Euro-Münzen aus dem Einkaufswagen stibitzt.

Die Kurzgeschichte „Überfahren“ von Rolf-Berhard Essig erzählt mit viel Witz und Humor von einem Kind in Berlin, das sich in fremden Haushalten durchfuttert, indem es vorgibt, einen Unfall gehabt zu haben.

Rund 520 Bewerber gab es für den Walter-Serner-Preis. Ausgewählt wurden bisher unveröffentlichte Kurzgeschichten, die wortgewandt und präzise von Hochstaplern erzählten und das Erbe von Walter Serner in besonderer Weise fortführten.

Walter Serner lebte von 1889 bis 1942 und war Essayist, Schriftsteller und Dadaist. Sein Manifest „Letzte Lockerung. Ein Handbrevier für Hochstapler und solche die es werden wollen“ erschien in der erweiterten Ausgabe im Jahr 1927 und gilt als einer der wichtigsten Texte des Dadaismus. Ein Markenzeichen des Dadaismus war die Ablehnung und Parodie von konventioneller Kunst und Kunstformen, die oft Ausdruck von bürgerlichen Idealen darstellten.


Montag, 10. Dezember 2018, 19.30 Uhr
Walter-Serner-Preis für Kurzgeschichten 2018
Preisverleihung

Eintritt frei

Literaturhaus Berlin | Fasanenstraße 23 | 10719 Berlin | literaturhaus-berlin.de

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m/s
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